Terrorgefahr trübt auch die innerdeutsche Reiselust

Weihnachtsmarkt
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Die Anschläge von Paris haben auch Deutschland und die Deutschlandkarte verändert. Und das spätestens, seit das Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande in Hannover wegen einer akuten Gefährdungslage (Bombendrohung) abgesagt wurde … denn nun überlegen viele, ob auch andere Großveranstaltungen, gar unsere Weihnachtsmärkte, in Gefahr sind:

Ganz ohne Frage müssen wir uns eingestehen, dass die Terroristen ihr Ziel genau erreicht haben: Quer durch Europa – auch hier bei uns in Deutschland – sind die Menschen verunsichert und schränken sich, mal mehr, mal weniger, in ihren Unternehmungen ein.

Das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen wächst!

Andere suchen sich eine vermeintliche Sicherheit, die, bei näherer Betrachtung, ein wenig skurril scheint. So berichtet RTL aktuell darüber, dass der Verkauf legaler Kleinwaffen und Verteidigungstechnik sprunghaft angestiegen ist. Doch was will man(n), bzw. Frau, mit einem spitz zulaufenden Schlüsselanhänger (Kubotan) gegen einen bewaffneten Terroristen ausrichten?

Denn wenngleich die Umsätze der Waffenhändler sprunghaft angestiegen sind, bleibt doch die Tatsache, dass wir mit Pfefferspray und selbst mit einem Elektroschocker gegen mit Sturmgewehren bewaffnete Attentäter keine wirkliche Chance hätten.

Mehr noch: Polizeibeamte zeigen sich angesichts der deutschlandweiten Aufrüstung durchaus besorgt. Schließlich könnte sich derjenige, der ständig Pfefferspray mit sich herumführt und dies, bei einer vermeintlichen oder minder schweren Attacke einsetzt, leicht selbst strafbar machen und die Grenzen der (erlaubten) Notwehr überschreiten!

Sind nun unsere Weihnachtsmärkte in Gefahr?

Welche Auswirkungen die Ängste der Deutschen konkret für die Reisebranche nach sich ziehen, ist derzeit noch gar nicht abzusehen. Allerdings ist immer wieder zu hören, dass einige Urlauber ihr Verhalten nun (zumindest vorläufig) ändern wollen und Menschenansammlungen und damit Fußballstadien oder auch Weihnachtsmärkten aus dem Weg gehen.

Auch die Behörden zeigen sich wachsam und kündigten ihrerseits eine verstärkte Polizeipräsenz an. Wobei uns auch ein ums andere Mal die Aussage von einer „robusteren Ausstattung“ der Beamten (womit zum einen schusssichere Westen, aber auch Schnellfeuerwaffen gemeint sind!) im Ohr klingt.

So etwas kann eine friedliche Vorweihnachtsstimmung dann durchaus eintrüben: „Geht es um Terrorgefahr in der Vorweihnachtszeit, stehen sofort die Weihnachtsmärkte im Zentrum der Aufmerksamkeit“, befürchtet auch die Augsburger Allgemeine und geht davon aus, dass heuer auf den Adventsmärkten nicht nur Langfinger und andere kriminelle Leichtgewichte gejagt werden.

Vielerorts, unter anderem in Berlin, sind Rucksäcke und Trollis auf den Märkten ganz verboten, um so auszuschließen, dass darin Waffen oder gar Explosivstoffe transportiert werden. Dennoch finden die Märkte in der Bundeshauptstadt natürlich (!) statt und werden spezielle Rundfahrten und Stadtführungen, die Berlin im Lichterglanz zeigen, angeboten.

Lassen wir uns vom Terror einschüchtern?

Zumal sich bei vielen Deutschen auch eine Art Trotzreaktion, ein „jetzt erst recht-Gefühl“, eingestellt hat.

In der Hansestadt Hamburg indes haben die Menschen gegen eine Bewerbung ihrer Stadt für die Olympiade 2024 votiert. Was überrascht, da zunächst das Lager der Befürworter die Nase vorn hatte.

Die Gründe für den Stimmungsumschwung mögen vielschichtig sein und sicherlich auch mit offenen Finanzierungsfragen zu tun haben. Allerdings glauben etliche Kommentatoren, dass diese Entscheidung zudem durch die Ereignisse in Paris beeinflusst wurde:

Denn Terror sucht sich nun mal die „große Bühne“. Und wir mussten in Deutschland ja schon einmal erleben, wie friedliche Spiele, bei denen wir die Welt zu Gast hatten, plötzlich zu einem Alptraum mutiert sind!

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